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Aufgaben

Die Zeiten ändern sich und damit auch die Anforderungen an Jagdaufseher.

 

Rechtliche Stellung:

Jagdgesetz für das Land Brandenburg (BbgJagdG)

Abschnitt 7

Jagdschutz

§ 38 Inhalt des Jagdschutzes, Pflicht zur Ausübung des Jagdschutzes

(1) Der Jagdschutz umfasst auch den Schutz des Wildes vor Beeinträchtigungen durch wildlebende Tierarten, soweit diese keinen besonderen Schutz nach Naturschutzrecht genießen, sowie vor wildernden Hunden und streunenden Katzen.

(2) Der Jagdausübungsberechtigte ist verpflichtet, den Jagdschutz in seinem Jagdbezirk auszuüben.

§ 39 Jagdschutzberechtigte

(1) Der Jagdausübungsberechtigte kann zum Schutz und zur Beaufsichtigung der Jagd volljährige zuverlässige Personen als Jagdaufseher bestellen. Mehrere Jagdausübungsberechtigte können für ihre aneinander grenzenden Jagdbezirke einen gemeinsamen Jagdaufseher bestellen.

(2) Ein Jagdaufseher muss bestellt werden, wenn die untere Jagdbehörde dies verlangt. Das Verlangen ist nur zulässig, wenn ohne die Bestellung ein Jagdbezirk ohne ausreichenden Schutz sein würde. Bei verpachteten Eigenjagdbezirken des Landes entscheidet die untere Jagdbehörde im Einvernehmen mit der unteren Forstbehörde.

(3) Jagdaufseher sind vor ihrer Bestellung von der zuständigen unteren Jagdbehörde zu bestätigen. Mit der Bestätigung erhalten sie einen Dienstausweis. Die Bestätigung ist zu versagen, wenn kein Jagdschein vorgelegt und die fachliche Eignung nicht durch eine Prüfung auf der Grundlage einer staatlichen oder einer von der obersten Jagdbehörde staatlich anerkannten Prüfungsordnung nachgewiesen werden kann. Einer Prüfung bedarf es nicht, sofern eine abgeschlossene Ausbildung für den gehobenen oder höheren Forstdienst oder als Berufsjäger nachgewiesen werden kann. Der Jagdaufseher muss jagdpachtfähig sein. Das für das Jagdwesen zuständige Mitglied der Landesregierung regelt durch Rechtsverordnung die Prüfung von Jagdaufsehern und die Ausgabe von Dienstausweisen. In der Rechtsverordnung können insbesondere die Prüfungsgebiete bestimmt und das Verfahren geregelt werden.

(4) Die mit dem Jagdschutz beauftragten Forstbediensteten (Beamte des gehobenen und höheren Dienstes sowie vergleichbare Angestellte) des Landes sind bestätigte Jagdaufseher und im Rahmen ihrer örtlichen und sachlichen Zuständigkeit Hilfsbeamte der Staatsanwaltschaft.

(5) Der Jagdausübungsberechtigte und der Jagdaufseher sind verpflichtet, bei Ausübung des Jagdschutzes sich auf Verlangen auszuweisen, und zwar der Jagdausübungsberechtigte durch Vorzeigen seines Jagdscheines, der Jagdaufseher durch Vorzeigen des Dienstausweises; dies gilt nicht, wenn die Ausweisung aus Sicherheitsgründen nicht zugemutet werden kann.

(6) Der Jagdausübungsberechtigte kann auch einem Jagdgast die Ausübung des Jagdschutzes erlauben, soweit er den Schutz des Wildes vor Tieren im Sinne des § 38 Abs. 1 und vor Wildseuchen umfasst. Übt der Jagdgast die Jagd ohne Begleitung des Jagdausübungsberechtigten aus, so gilt dies nur, wenn er einen Erlaubnisschein des Jagdausübungsberechtigten mit sich führt, in dem die Befugnis zur Ausübung des Jagdschutzes eingetragen ist.

§ 40 Aufgaben und Befugnisse der Jagdschutzberechtigten

(1) Die zur Ausübung des Jagdschutzes berechtigten Personen sind befugt,

1. Personen, die in einem Jagdbezirk unberechtigt jagen oder eine sonstige Zuwiderhandlung gegen jagdrechtliche Vorschriften begehen oder außerhalb der zum allgemeinen Gebrauch bestimmten Wege ohne Berechtigung hierzu für die Jagd ausgerüstet angetroffen werden, zur Feststellung ihrer Personalien anzuhalten und ihnen gefangenes oder erlegtes Wild, Waffen, Jagd- und Fanggeräte, Hunde und Frettchen sowie Beizvögel abzunehmen;

2. wildernde Hunde und streunende Katzen zu töten. Als wildernd gelten im Zweifel Hunde, die im Jagdbezirk außerhalb der Einwirkung der führenden Person und als streunend Katzen, die im Jagdbezirk in einer Entfernung von mehr als 200 Meter vom nächsten Haus, angetroffen werden. Diese Befugnis gilt nicht gegenüber Hirten-, Jagd-, Blinden- und Polizeihunden, soweit sie als solche kenntlich sind.

(2) Soweit der Jagdausübungsberechtigte einem Jagdgast nach § 39 Abs. 6 die Ausübung des Jagdschutzes übertragen hat, stehen diesem die Befugnisse nach Absatz 1 Nr. 2 zu.

§ 41 Natürliche Äsung; Fütterung des Wildes

(1) Der Schutz und die Pflege der natürlichen Lebensgrundlagen des Wildes sind Aufgabe des Jagdausübungsberechtigten, der im Einvernehmen mit dem Grundstückseigentümer oder Nutzungsberechtigten durch Maßnahmen der Reviergestaltung und Äsungsverbesserung die Voraussetzungen dafür schaffen soll, dass das Wild auch in der vegetationsarmen Zeit natürliche Äsung findet.

1. Aufgaben

Geprüfte Jagdaufseher / Jagdaufseherinnen werden in Privatrevieren von Eigenjagdberechtigten, Jagdpächtern oder Jagdgenossenschaften auf Grund von Dienstverträgen beschäftigt.

Der Jagdaufseher steht dabei in einem besonderen Vertrauensverhältnis zu den Jagdherren, weil ihm dessen Jagdrevier zur fachkundigen und verantwortlichen Betreuung anvertraut ist. Seine Aufgabe ist es, entsprechend den bundes- und landesrechtlichen Vorschriften in diesem Revier für die Erhaltung eines den landschaftlichen und landeskulturellen Verhältnissen angepassten, gesunden und artenreichen Wildbestand sowie für die Pflege und Sicherung seiner Lebensgrundlagen zu sorgen, ohne das es zu vermeidbaren Beeinträchtigungen der ordnungsgemäßen land-, forst- und fischereiwirtschaftlichen Nutzung, insbesondere Wildschäden kommt.

Durch seine Kenntnisse über ökologische Zusammenhänge im Naturhaushalt und seiner häufigen Anwesenheit im Revier nimmt er auch wichtige Aufgaben des angewandten Natur- und Umweltschutzes sowie der Landschaftspflege wahr.

2. Tätigkeiten

Der geprüfte Jagdaufseher wird Überwiegend im Jagdschutz sowie bei allen Arbeiten, die der Hege und Bejagung dienen, tätig.

Biotophege

Er plant und legt Wildackerflächen an oder lässt diese in Absprache mit den ortsansässigen Landwirten von diesen bestellen. Um dem Wild ausreichend Deckung und somit Rückzugsmöglichkeiten zu bieten, richtet er seine besondere Aufmerksamkeit auf die Pflege und Erhaltung eines wildgerechten Biotops. Dazu gehört die Pflege von Hecken, Schutzpflanzungen und Feuchtgebieten. Wo es Biotopmängel gibt, wird er in Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden und Landnutzern Maßnahmen zur Biotopverbesserung oder Biotopvernetzung einleiten.

Im Rahmen des Jagdschutzes schützt er das Wild vor Wildseuchen, Wilderern, wildernden Hunden und Katzen und sorgt für die Einhaltung der zum Schutz und der Jagd des Wildes erlassenen Vorschriften.

Jagdausübung

Einen besonderen Stellenwert bei seiner Tätigkeit hat natürlich die Jagdausübung selbst.

Für einen Jagdaufseher ist Jagdausübung allerdings mehr als das waidgerechte Erlegen von Wild!

 

Er ermittelt den aktuellen Wildbestand durch Beobachtung des Wildes, erstellt und überwacht die Einhaltung des gesetzlich vorgeschriebenen Abschussplanes und erledigt alle damit verbundenen Aufgaben wie Schussbuchführung, Antragstellung von Genehmigungen, Pflege und Anpassung der mit Nachbarn, Landnutzern, Landeigentümer abgeschlossenen Vereinbarungen (Wildschadensvereinbarungen, Wildfolgevereinbarungen, Nutzungsvereinbarungen etc.).

Hier gehört auch die Wildschadensminimierung zu. Die Jagdausübung in Art und Stärke sowie die Gestaltung des Lebensraumes hinsichtlich der Nutzerlenkung sind Bestandteil der Jagdausübung.

Jagdliches Führen

Er führt seinen Jagdherren oder dessen Gäste.

Der Begriff Führen ist nicht nur das an die Hand nehmen des Gastes um diesen sicher und waidgerecht zum Erfolg zu führen, sondern auch die notwendige Information wo, wann, welches Wild zieht um dem Jagdherrn eine erlebnisreiche und erfüllte Jagd zu ermöglichen. Das setzt natürlich viel Zeit, Revier- und Wildkenntnis voraus die dann den Jagderfolg des Jagdherrn aber auch seiner Gäste sichert.

Voraussetzung dafür ist unbedingte Disziplin jede Form von Jagdneid muss dem Jagdaufseher fremd sein nur dann wird er ein vertrauensvolles Verhältnis zum Beständer aufbauen!

Gesellschaftsjagd

Er bereitet die Gesellschaftsjagden seines Jagdherren vor, zeichnet die Stände aus, weist die Schützen ein und führt die Treiberwehr. Durch Übernahme der Jagdleiterfunktion wird der Jagdherr entlastet und kann sich der Jagd und seinen Gästen widmen. Weiterhin sichert der gut ausgebildete Jagdaufseher eine möglichst risikoarme, unfallfreie Jagddurchführung gemäß den geltenden Vorschriften. Seine Revierkenntnisse und die möglichst vorausschauende Planung und Organisation sichert weitest gehend eine erfolgreiche Jagd für alle Beteiligten.

 

Wildvermarktung

Das erbeutete Wild wird von ihm fachgerecht versorgt und der Verwertung zugeführt.

Mit der erfolgreichen Erfüllung dieser Aufgabe sichert sich der Jagdaufseher zum großen Teil seine Entlohnung. Die Einnahme aus der Vermarktung, dem Verkauf von Abschüssen und der Gästeführung werden eine ganz erhebliche Sicherung des Revieretats ausmachen. Je besser diese Aufgabe erfüllt wird desto mehr Mittel werden dem Jagdaufseher zur Verfügung stehen je mehr Mittel für das Revier zur Verfügung stehen umso besser wird sich die Erfüllung der Aufgaben gestalten lassen.

Jagdhunde

Er führt einen brauchbaren Jagdhund.

Die Erfüllung dieser Aufgabe sichert dem Beständer eine waidgerechte Jagdausübung im Revier. Sie führt in der Regel auch zu einem besseren Verhältnis mit Jagdnachbarn, da der Jagdaufseher mit seinem Hund, natürlich kostenfrei, auch für Nachsuchen im Umkreis zur Verfügung steht. Der Hund eines angestellten Jagdaufsehers sollte, so es die Zeit des Jagdaufsehers zulässt, für die Arbeit nach dem Schuss geeignet sein. Da wir in Brandenburg kaum noch reine Niederwildreviere haben und die Wasserjagd einen sehr geringen Stellenwert hat sind somit Jagdhunderassen für die Arbeit nach dem Schuss zu bevorzugen. In wie weit sich das realisieren lässt ist sicher Fall spezifisch zu sehen.

Reviereinrichtungen

Er kontrolliert und pflegt die im Revier vorhandenen baulichen Jagdeinrichtungen, wie Kanzeln, Leitern und Futterstellen und sorgt für die Einsetzbarkeit der Einrichtungen.

Diese Aufgabenstellung sollte in enger Zusammenarbeit mit dem für das Dienstrevier zuständigen technischen Aufsichtsbeamten der LBG erfolgen. Ratsam ist die Kontaktaufnahme und -pflege mit der LBG nach der Übernahme des Dienstreviers. Der Zeitpunkt für den ersten Kontakt wird in erster Linie vom Zustand der überwachungspflichtigen Anlagen bestimmt. Der technische Aufsichtsbeamte sollte als fachkundige Hilfe verstanden werden.

Revierverwaltung

Hierzu zählen alle Tätigkeiten im Verwaltungsbereich des Jagdreviers.

Ämter und Gemeinde

Zu den Ämtern und Gemeindeverwaltungen und hier besonders der Ordnungsbehörde sollte ein enger und belastungsfähiger Kontakt gepflegt werden. Gehen Sie auf die Behörde zu warten Sie nicht bis situationsbedingt (dann meistens auch noch negativ) der Kontakt geschaffen wird.

Der Jagdaufseher stellt nicht nur die Verbindung zwischen Behörde und Jagdausübungsberechtigten her nein er stellt auch ein verlässliches Bindeglied zwischen den an der Jagd beteiligten Institutionen dar. Diese zum Teil sehr schwierige Aufgabe erfordert ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen, Sachkenntnis über Verwaltungsabläufe und eine ausgeprägte diplomatische Kommunikationsfähigkeit.

Ohne diese Fähigkeiten wird sich ein Arbeitverhältnis kaum aufbauen lassen und somit eher zur Belästigung als zur Problemlösung führen.

Wesentliches Merkmal einer guten Zusammenarbeit ist die von Sachkenntnis geprägte, zurückhaltende Art eines Jagdaufsehers.

Landeigentümer und -nutzer

Der Jagdaufseher muss zwingend um ein gutes Verhältnis bemüht sein.

Hier stellt er ein wichtiges Bindeglied zwischen Jagdausübungsberechtigten und den o.g. dar. Er braucht die o.g. für Informationen in, aus und über das Revier, möglicherweise für Dienste bei der Reviergestaltung (Wildäsungsflächen) aber auch als Verbündete gegen Jagdstörer.

Mit dem Nutzer ist das ein ganz besonderes Verhältnis er ist es der letztendlich Wildschadensersatz fordern wird! Hier ist auch die meiste Aufklärung zu leisten! Aber nicht in der Art des Besserwissers sondern bitte auf Augenhöhe sachlich, frei von Gefühlen und Fair . Das soll nicht bedeuten, dass sich der Jagdaufseher demütig den Ansichten des Landnutzers unterwirft nein er soll und muss die Interessen seines Dienstherrn wahrnehmen und auch vertreten. Letztlich wird dieser den Jagdaufseher daran messen in wie weit er in der Lage ist Schaden vom Jagdausübungsberechtigten abzuwenden bzw. zu vermindern. Ersatzpflichtiger Wildschaden ist in unseren Revieren ein Zustand mit dem der Jagdausübungsberechtigte wohl leben muss. Die Frage ist, in welcher Höhe er zu begleichen ist!

Jagdliche Vereinigungen

Es ist geradezu selbstverständlich, dass der angestellte Jagdaufseher sich in der örtlichen Jägerschaft engagiert. Schon um einen guten Draht zu Nachbarn und anderen Jagdscheininhabern zu pflegen. Aber auch um seine Fähigkeiten selbstlos zur Verfügung zu stellen. Er ist gewöhnt Verantwortung zu tragen warum nicht auch in der jagdlichen Vereinigung?

Das gilt natürlich auch für die Ausbildung und Betreuung von zukünftigen Jagdscheininhabern. Seine Kompetenz und seine Erfahrung sollten kein Geheimsache sein.

Öffentlichkeit

Ein sehr schwieriges Gebiet. Hier sind als erstes Verbindungen aufzubauen. Sei es zu Schulen, Kindergärten oder sonstigen Einrichtungen.

Hier wird der Jagdaufseher erheblich am Image der Jagd basteln . Sein Auftreten , sein Wirken wird in der Öffentlichkeit durchaus wahrgenommen mit welchen Folgen, das bestimmt der Jagdaufseher selbst.

Image ist kein Zufallsprodukt Image ist das Produkt von Auftreten und Wirken des Einzelnen. Wie sonst ist es zu erklären das unsere Jagdscheininhaber einen so angegriffenen Ruf haben?

Hier bringen wenige schwarze Schafe eine ganze Zunft in ein schlechtes Licht.

Der Jagdaufseher soll nicht dieses schlechte Licht der Jagdscheininhaber alleine löschen nein er soll mit seinen Kenntnissen und seiner Kompetenz dafür Sorge tragen, dass unserer Zunft nicht das gleiche geschieht.

Derzeit ist der Ruf der Jagdaufseher in der

Öffentlichkeit, zumindest in Brandenburg sehr positiv und das soll auch so bleiben.